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Hinweis des Autors: Diesen Text verdanke ich meinen Verwandten Chana und Rafi - Vielen Dank!
Traditionelle jüdische Hochzeiten sind keine Feste, an denen man nur als Zuschauer teilnimmt, sondern ein Ereignis, dass alle - Gäste und Familie - gemeinsam erleben. Für alle, die das Glück haben, an einer solchen Hochzeit (hebräisch: Chatuna) teilzunehmen, hier ein kleiner Überblick über das Geschehen:
Die Ehe als Institution
Der Chatan (Bräutigam) und die Kalla (Braut)
Wahre Liebe und die jüdische Ehe
Die Zeremonie
Vor der Hochzeit
Das “Bedecken”
Ehevorbereitung unter der Chuppa (dem Traubaldachin)
Kidduschin und Nesu'in: Der offizielle Teil
Jichud (das Zurückziehen)
Die Feier
Das Judentum sieht die Familie als grundlegende Institution des jüdischen Lebens und der jüdischen Gesellschaft. Die meisten der wichtigen Handlungen und Erfahrungen im Judentum erfordern das Zusammenkommen der Familie. Juden sehen in der Familie die wichtigste Kraft für die Entwicklung des Individuums und für die Gründung eines Haushaltes, der die Mitglieder glücklich werden lässt.
Der Talmud vergleicht die Suche eines Mannes nach seiner zukünftigen Frau mit jemandem, der etwas verloren hat und es wiederfinden will. Während das Leben als Single einen Menschen auf Dauer oftmals dazu bringt, sich zu sehr nur nach seinen Bedürfnissen und Wünschen zu richten, erfordert ein Leben zu zweit viele Kompromisse. Es gibt jedem aber auch die Möglichkeit zu enormem geistigen und spirituellen Wachstum, weil man voneinander lernen und die eigenen Stärken und Schwächen ausloten kann.
Der Imrei Emet erklärt, dass diese Idee eine Deutung zu dem Brauch beinhaltet, dass der Chatan unter der Chuppa (dem Traubaldachin) ein Glas zerbricht. Ein Glas ist ein Behälter, den man füllt, wann und wie es einem gefällt. In dem Moment, in dem der Chatan die Ehe eingeht, bricht er ein Glas um zu zeigen, dass es ihm nicht mehr um die Erfüllung seiner eigenen Bedürfnisse geht. Nun wird er sein Augenmerk auf seine Frau und seine Kinder richten. Denn das ist auch ein Geheimnis der jüdischen Ehe: Das Ziel ist, den anderen glücklich zu machen, nicht sich selbst. Letzteres geschieht automatisch, wenn beide danach handeln.
Der jüdische Mann ist verpflichtet zu heiraten. Der Talmud erklärt, dass einer Person drei Fragen gestellt werden, wenn sie in die Olam Haba, die nächste Welt, kommt: “Hast du nach dem Glauben verkauft und gekauft (d.h. ehrlich)? Hast du dir eine feste Zeit zum Torastudium gesetzt? Hast du eine Familie gegründet?” Das Singleleben wird als Hindernis für die persönliche Entwicklung angesehen.
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